Slalom

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Problemstellung:

1.     Gängige Lernmethoden

2.     Vorzeitiges Ausfädeln / mehrere Stangen gleichzeitig / Stehenbleiben im Slalom

3.     Korrektes Einfädeln

4.     Langsamer Hund

Lösungen:

1a.   Leine und "gerader" Slalom: Den Hund an der Leine "Fuss" durch den "senkrechten" Slalom (natürlich stehen nur die Stangen senkrecht *grins*) führen. Dem Hund durch leichtes Wegdrücken mit dem Knie und sanftes zu sich Hinziehen mit der Leine die Richtung vorgeben. Zur besseren Unterstützung kann man selbst einen Zick-Zack-Schritt anwenden (muss der Hund nach links, einen versetzten Schritt nach links ausführen; muss der Hund nach rechts, einen versetzten Schritt nach rechts ausführen). Die Leine in der linken Hand halten und von oben um die Stangen herumführen (wie ein Trolleybus). Zusätzlich kann man den Hund verbal mit einem richtig "getimeten" und regelmässigen Zick-Zack-Zick-Zack .... unterstützen. Den Slalom zuerst mit 6, oder 8 Stangen üben. Wenn der Hund den Slalom dann praktisch ohne Leinenarbeit erledigt, die Stangenzahl nach und nach auf 12 Stangen erhöhen. Später den Hund ableinen und gleichmässig ruhig, nur noch mit Handzeichen, Wechselschritt und dem Kommando Zick-Zack durch den Slalom führen. Am Anfang vielleicht nochmals auf 6 Stangen zurückgehen. Wenn der Hund die 6 Stangen selbständig beherrscht, Stangenzahl (immer nur gerade Stangenzahl) bis auf 12 Stangen erhöhen.

Vorteile:

Durch die Leine ist der Hund mit dem Hundeführer verbunden und erhält dadurch bei richtiger Ausführung der Methode mehr Sicherheit. Ausserdem kann der gerade Slalom mit einfachen Hilfsmitteln auch zu Hause geübt werden. Hunde, die den Slalom gerade gelernt haben, beherrschen den Slalom, wenn sie ihn einmal kapiert haben, in der Regel sehr sicher.

Nachteile:

Nicht jeder Hund verträgt diese Methode, vor allem wenn sie vom Hundeführer mit zuviel Druck oder auch ungeschickt (Zerren am Hund, laufendes Einhängen der Leine an den Slalomstangen, uws.) angewendet wird. Mit der Leine und dem senkrechten Slalom dauert es in der Regel länger, bis man erstmals ein Erfolgserlebnis hat. Auch können Hunde, die sonst schon Motivationsprobleme haben, langsam werden.

1b.   V-Slalom: Beim V-Slalom werden die Stangen in der Lern- und Aufbauphase abwechslungsweise V-förmig schräg gestellt (erste Stange nach links, zweite nach rechts, dritte nach links, vierte nach rechts ..... usw.). Zu Beginn wird der Stangen-Winkel, bzw. das "V" relativ offen gestellt, sodass der Hund sich fast nicht um die Stangen herumzuschlängeln braucht, sondern in gerader Linie durch das V hindurch laufen kann. Der Hund kann an der Leine (gleich wie bei Methode 1a, Leine von oben zwischen den Stangen durchführen), aber auch ohne Leine durch den Slalom gelenkt werden. Mit zunehmender Routine werden die Stangen immer steiler gestellt. In der letzten Phase stehen die Stangen senkrecht.

Vorteile:

Der Hund lernt den Slalom nicht schon zu Beginn als eigentlichen Slalom kennen, sondern kann praktisch geradeaus durchrennen. Dadurch wird er nicht, oder deutlich weniger gebremst, als bei der Methode 1a. Ein erstes Erfolgserlebnis tritt wesentlich schneller ein.

Nachteile:

Es gibt Hunde, die mit dem Uebergang zur letzten Phase, dem Senkrechtstellen der Stangen, erheblich Mühe bekunden. Sie wollen den Slalom auf einmal nicht mehr machen, werden unsicher, oder fädeln vorzeitig aus. Teilweise kann es dann sehr lange dauern, bis man die Stangen senkrecht stellen kann, bzw. der Hund keine Mühe mit dem "senkrechten" Slalom mehr hat.

1c.    Gerader Slalom / V-Slalom: Kombinierte Methode von 1a. und 1b. Den Slalom zuerst nach der Methode 1a. erlernen. Wenn der Hund den senkrechten Slalom beherrscht, mit dem Slalom in ein leichtes V gehen.

Vorteile:

Der Hund beginnt motivierter durch den Slalom zu laufen, gewinnt noch mehr Sicherheit und wird in der Regel schneller.

1d.    Gasse: Die Stangen senkrecht und abwechslungsweise seitlich versetzt stellen (Steckslalom oder spezieller Gassen-Slalom, erste Stange links, zweite rechts, dritte links, vierte rechts .... usw.), sodass für den Hund eine Gasse entsteht, durch welche er praktisch ungehindert in gerader Linie durchlaufen kann. Wie beim "offengestellten" V-Slalom muss er sich am Anfang nicht um die Stangen herumschlängeln. Die Gasse kann mit, oder ohne Leine ausgeführt werden. Mit zunehmender Sicherheit wird die Gasse enger gestellt (seitlicher Abstand der Stangen wird verringert), sodass der Hund damit beginnen muss, sich leicht um die Stangen herumzuwinden. Mit der Zeit sind die Stangen nur noch so gering seitlich versetzt, dass der Gassenslalom dem normalen Slalom schon sehr stark ähnelt. Beherrscht der Hund auch diese Phase, wird der Gassenslalom "aufgehoben" und zum normalen Slalom übergegangen.

Vorteile:

Der Hund lernt den Slalom nicht schon zu Beginn als eigentlichen Slalom kennen, sondern kann praktisch in gerader Linie durchrennen. Dadurch wird er nicht, oder deutlich weniger gebremst, als bei der Methode 1a. Ein erstes Erfolgserlebnis tritt wesentlich schneller ein. Ausserdem kann die Gassenmethode schon mit relativ jungen Hunden geübt werden, da sie sich nicht um die Stangen herumwinden müssen. Es findet keine übermässige/übertriebene Belastung der Wirbelsäule statt.

Nachteile:

Es gibt Hunde, die mit der letzten Aufbau-Phase, dem Uebergang vom Gassen- zum normalen Slalom, erheblich Mühe bekunden. Sie wollen den Slalom auf einmal nicht mehr machen, werden unsicher, oder fädeln vorzeitig aus.

1e.    Gasse / V-Slalom: Kombinierte Methode von 1d (Gasse) und 1b (V-Slalom). Begonnen wird mit der Gasse. Wenn die Gasse immer schmaler wird, wird gleichzeitig ins "V" übergegangen. Anschliessend wird mit dem "V" weiter aufgebaut.

1f.     Hilfsbögen (Bogenslalom): Dabei handelt es sich um flache Kunststoff- oder Metall-Leisten, welche bogenförmig (nach aussen gewölbt) zwischen die Slalomstangen gespannt werden (bzw. die Slalomstangen werden nach einem bestimmten Vorgehen, nämlich genau wie der Hund durch den Slalom laufen muss, durch die Bögen miteinander verbunden; erste und dritte Stange, zweite und vierte, fünfte und siebte, sechste und achte .... usw.). Die Bögen werden in der Höhe so befestigt, dass der jeweilige Hund die Bögen weder unterlaufen, noch überspringen sollte. Die Bogenvariante kann kombiniert mit sämtlichen bisher aufgeführten Methoden angewandt werden (1a. gerader Slalom mit oder ohne Leine, 1b. V-Slalom vor allem in der letzten Phase, 1c. kombinierte Methode senkrechter Slalom und V-Slalom, 1d. Gasse und 1e. Gasse / V-Slalom). Am häufigsten werden die Hilfsbögen im Zusammenhang mit dem Gassenslalom angewendet.

Vorteile:

Der Hundeführer muss mit deutlich weniger Druck arbeiten, da dem Hund die richtige Stangenfolge und somit der richtige Weg automatisch vorgegeben werden.

Nachteile:

Einzelne Hunde fürchten sich vor den Bögen und sträuben sich dagegen, den Slalom nur schon zu betreten. Kaum sind sie im Slalom, überspringen oder unterlaufen sie die Stangen, um seitlich aus dem Slalom auszubrechen.

Die nachfolgenden Hilfsmethoden können teilweise als eigene Methode, oder als Unterstützung zu den vorgängig beschriebenen Methoden angewendet werden:

1g.    Spielzeug: Der Hund wird entweder linkshändig an der Leine, oder auch ohne Leine, mit dem Spielzeug vor der Schnauze spielerisch und motivierend durch den Slalom geführt / gezogen.

1h.    Gleich wie 1g, jedoch statt eines Spielzeuges mit Hilfe eines "Gutis", oder einer mit "Gutis" gefüllten Büchse. Ansonsten gleiches Vorgehen.

1i.     Zur Unterstützung und Motivation kann nach dem Slalom ein "Guti" gelegt werden. Der Hund läuft unter Umständen motivierter durch den Slalom.

Nachteile:

Unter Umständen konzentriert sich der Hund nur noch auf das "Guti" am Ende des Slaloms. Mögliche Folgen: Läuft am Slalom vorbei direkt zum "Guti", fädelt vorzeitig aus, nimmt mehrere Stangen gleichzeitig, usw.)

1j.     Den Slalom zuerst nur "Fuss" lernen, bis der Hund den Slalom "Fuss" geführt 100prozentig beherrscht. Erst dann mit dem "rechtsgeführten" Slalom beginnen.

Vorteile:

Das Erlernen des sonst schon sehr schwierigen Gerätes fällt dem Hund einfacher, zumal die meisten Hunde, wenn sie mit Agility beginnen, ohnehin nur das "Fuss-Kommando" kennen und mit dem Gehen und Laufen rechts vom Hundeführer Probleme bekunden.

Nachteile:

Es dauert länger, bis der Hund den Slalom beidseitig geführt gut beherrscht. Erfahrungsgemäss hat der Hund, vor allem beim zu späten Erlernen des rechtsgeführten Slaloms, Probleme. Er ist verwirrt und fädelt falsch ein, oder gleich wieder aus, wenn er den Hundeführer auf der für ihn "falschen" Seite entdeckt. Es ist ratsam, den Hund zu schicken und hinter dem Hund zurückzubleiben (vielleicht sogar aus der "Fussposition" schicken und erst die Seite wechseln, wenn der Hund eingefädelt hat). Ausserdem muss unter Umständen zuerst wieder mit 6 oder 8 Stangen geübt werden.

2a.    Auf 6 oder 8 Stangen zurückgehen und zuerst noch einmal mit dem verkürzten Slalom trainieren. Mit zunehmender Sicherheit des Hundes den Slalom wieder erweitern.

2b.    Nochmals zurück zur Leine oder zum Spielzeug.

2c.    Zurück auf den V-, den Bogen-, oder den Gassenslalom.

2d.    Den Slalom eine Zeitlang wieder nur auf der sichereren und für den Hund angenehmeren Seite führen (meistens "Fuss").

2e.    An der eigenen Körperhaltung und Beinarbeit arbeiten (gleichmässiger Schritt). Aufrecht gehen und nach Möglichkeit auf gleicher Höhe mit dem Hund bleiben. Nicht ducken, gibt Druck! Den Hund weder zu fest ziehen, noch von hinten schieben / treiben. Die richtige seitliche Geh-Distanz herausfinden. Die Hunde werden durch eine falsche seitliche Distanz des Hundeführers zum Slalom häufig aus dem Slalom herausgedrückt, oder herausgezogen (Verletzung des Wohlfühlbereichs). Ausserdem den Slalom wirklich zu Ende laufen und sich erst auf das nächste Gerät zuwenden, wenn der Hund den Slalom komplett beendet hat.

3a.    Zuerst den Slalom nur aus gerader Richtung üben, bis der Hund den Slalom selbständig richtig einfädelt. Dann die Anlaufwinkel kontinuierlich verändern / vergrössern.

3b.    Hinter dem Hund zurückbleiben und den Hund selbst einfädeln lassen.

4a.    Den Hund, der den Slalom bereits beherrscht, mehr motivieren (evtl. ziehen, mit der Stimme anheizen, mit Körpergestik, Guti, Spielzeug, Lob   .....  da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt).

4b.    Mit dem Slalom zurück ins V- oder in die "Gasse" gehen, damit der Hund den Slalom schneller durchlaufen kann und somit mehr Freude am Slalom bekommt.

4c.    Den Slalom nochmals auf 6 oder 8 Stangen verkürzen. Dadurch wirkt der Slalom auf den Hund weniger "erdrückend". Nach und nach die Stangenzahl wieder erhöhen.

Allgemeine Tips:

Erlernen des Slaloms:

Am meisten bringt ein regelmässiges, tägliches Ueben im Garten, beim Spaziergang, usw. mit eingesteckten Stangen aus Holz, oder Schafhag-Piekern (Schafhag-Stangen) mit "darübergeschobenen" PVC-Rohren. Beispiel: Immer bei der Heimkehr vom abendlichen Spaziergang, also vor dem Füttern, max. 3 - 4 Mal.

Immer nur mit gerader Stangenzahl üben, da sich der Hund mit der Zeit daran gewöhnt, auf welcher Seite der Slalom aufhört. Bei ungeraden Stangenzahlen muss der Hund auf einmal auf der "falschen" Seite ausfädeln. Das verwirrt den Hund und auch den Hundeführer.

Schlussbemerkungen:

Generell gilt auch beim Slalom, es gibt keine verbindlich, 100prozentig alleinige und für jeden Hund ideale Trainingsmethode. Jeder Hund und jeder Hundeführer sind anders. Die ideale Trainingsmethode muss selbst herausgefunden werden. Eine Kombination der oben aufgeführten Methoden ist durchaus denkbar.