Zonengeräte (Wand und Steg)

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Aufgangszonen:

Probleme:

1.     Ueberspringen der Zone

Lösungen:

1a.   Hinter dem Hund zurückbleiben und, wenn sich der Hund kurz vor der Zone befindet, die eigene Geschwindigkeit reduzieren, evtl. sogar kurz stehen bleiben. Dies bewirkt, dass der Hund seine Schrittfolge und die Schrittlänge verändert. Hat der Hund die Kontaktzone betreten, die eigene Geschwindigkeit sofort wieder erhöhen. Das ganze kann zusätzlich unterstützen werden, indem die Geschwindigkeitsreduktion mit einem Kommando wie "langsam" und durch eine deutliche Körperbewegung nach unten (leicht in die Knie gehen) untermauert wird.

1b.   Man legt eine Sprungstange oder ein Hölzchen quer vor den Aufgang. Der Hund wird in der Folge seinen Schritt verändern, weil er sich auf den Gegenstand und das nachfolgende Gerät konzentrieren muss. Nun muss man experimentieren, wie weit die Stange vom Aufgang entfernt auf den Boden gelegt werden muss, damit der Hund sauber in die Kontaktzone springt. Hat man den richtigen Abstand gefunden, sollten die Aufgänge künftig nur noch auf diese Weise trainiert werden. Der Hund gewöhnt sich dann an einen bestimmten Absprungpunkt.

1c.   Hundeführer und Hund haben überhaupt kein Kontaktzonenproblem; es wird lediglich eins daraus gemacht.  Die Aufgangszonen bei Wand- und Stegaufgang existieren überhaupt nicht und werden einfach mit vollem Tempo durchlaufen (Hundeführer und Hund). Immer mit vollem Tempo und ohne überhaupt nur einen Blick auf die Zonen zu werfen. Durch die hohe Geschwindigkeit kommt der Hund flacher auf die Kontaktzone. Wenn ausnahmsweise dann trotzdem einmal eine Kontaktzone leicht übersprungen wird, kein Problem. Je höher die Geschwindigkeit, umso weniger Fehler bei den Aufgangszonen (egal ob Wand, oder Laufsteg).

1d.   Unmittelbar beim Kontaktzonenbeginn werden Bögen aus Armierungseisen (oder anderem Material) aufgestellt (fast wie ein Tunnelportal). Die Höhe ist so festgelegt, dass der Hund sich beim „Durchlaufen“ leicht ducken muss. Am Anfang muss der Hund an der Leine behutsam durch den Bogen geführt werden, um zu vermeiden, dass er in der Hitze des Gefechts in den Bogen reinläuft oder reinspringt, sich dabei verletzt, oder aus Angst die Zonengeräte nicht mehr machen will. Wird konsequent mit dieser Methode geübt, gewöhnt sich der Hund an, sich auf die Zone hin automatisch etwas zu ducken und läuft dadurch flacher über die Zone.

1e.   Auf, oder hinter der Zone wird auf dem Gerät (funktioniert nur beim Steg) ein Würstchen / Guti hingelegt. Der Hund wird dann vor, oder auf dem Aufgang kurz anhalten und das Würstchen / Guti aufnehmen. Dadurch betritt der Hund automatisch die Aufgangszone.

Risiken / Knackpunkte:

1a.   Wenn der Hundeführer zu früh wieder beschleunigt, kann der Hund die Kontaktzone überspringen. Bleibt der Hundeführer zu früh stehen, kann es zu einer Verweigerung kommen, da der Hund stehen bleibt, sich umdreht, oder einen Dreher um die eigene Achse macht.

1b.   Der Hund ist in jedem Training unterschiedlich schnell, was zur Folge haben kann, dass die Distanz der Stange zur Zone jedes Mal frisch ermittelt werden muss.

1c.   Höhere Unfallgefahr, schnelle Hunde fliegen buchstäblich über die Zonengeräte und können durchaus mal „abheben“ und sich beim Sturz ab dem Zonengerät (gilt in erster Linie für den Steg) Verletzungen zuziehen. Besonders gross ist die Gefahr, wenn der Hund von der Seite her auf den Steg auflaufen muss. Da darf der Hundeführer nicht zuviel Schub geben.

1d.   Der Hund kann sich weigern, das Gerät durch den Bogen zu betreten (Meideverhalten, geht am Bogen vorbei, versucht den Bogen zu überspringen, usw.). Ausserdem besteht die Gefahr, dass sich der Hund an einem Bogen verletzt (wenn er den Bogen in der Hitze des Gefechts vergisst, oder übersieht)

1e.   Wird das Würstchen auf die Zone gelegt, kann der Hund unter Umständen schon vor dem Gerät anhalten, das Guti nehmen und dann die Zone überspringen. Ausserdem verliert man mit dieser Methode viel Zeit. Verfressene und vielleicht zusätzlich nicht besonders motivierte Hunde können zum Schnüffeln und Trödeln verführt werden.

Abgangszonen:

Probleme:

1.     Ueberspringen der Zone

Lösungen:

1a.   Hinter dem Hund zurückbleiben und, wenn sich der Hund kurz vor der Abgangszone  befindet, die eigene Geschwindigkeit reduzieren, evtl. sogar kurz stehen bleiben. Dies bewirkt, dass der Hund seine Schrittfolge und die Schrittlänge verändert. Wenn der Hund dann die Kontaktzone berührt, die eigene Geschwindigkeit sofort wieder erhöhen. Das ganze kannst zusätzlich unterstützt werden, indem die Geschwindigkeitsreduktion mit einem Kommando wie "langsam" und durch einer deutliche Körperbewegung nach unten (in die Knie gehen) untermauert wird.

1b.   Würstchen- oder auch Look-Methode. Man legt ein Würstchen / Guti auf das untere Ende der Zone, oder nach der Zone auf den Boden. Unmittelbar vor der betreffenden Zone macht man den Hund verbal (look, luege, Würstli, usw.) auf das Würstchen aufmerksam. Dabei reduziert man die eigene Laufgeschwindigkeit, geht leicht in die Knie und zeigt mit ausgestrecktem Arm auf die "Liegeposition" des Würstchens auf der Zone. Was genau wird mit dem Würstchen bezweckt? Nämlich, dass der Hund die Zonenabgänge mit dem Würstchen verknüpft, sein Tempo kurz reduziert und dadurch seine Schrittfolge und die Schrittlänge verändert und somit sauber in die Zone hineinläuft. Routinierte Hunde nehmen das Würstchen mit der Zeit im Laufen auf und halten nicht mehr an. Der Vorteil der Würstchenmethode liegt darin, dass dem Hund nur wenig Geschwindigkeit genommen wird (deutlich weniger als beim Sitz, Steh, oder Platz). Dadurch verliert man nur wenig Zeit. Ausserdem ist das Anhalten motiviert (der Hund leitet den Laufunterbruch selbst ein, um das Guti aufzunehmen), und nicht auf Druck des Hundeführers.

Wichtig: Beim Erlernen dieser Methode muss die Wand realtiv flach gestellt werden, weil der Hund mit dem gewohnten Tempo über die Wand läuft und dann zuviel Schwung mitbringt, im abfallenden Teil für das Würstchen voll abbremsen zu können. (Konsequenz: Der Hund springt oberhalb der Zone ab, kehrt am Boden angelangt um und holt das Würstchen; der Hund knallt mit voller Wucht mit der Schnauze in den Boden). Der Hund muss zuerst lernen, sein Tempo zu dosieren. 

1c.   Würstchenmethode, Würstchen aus der Hand geben. Dabei hält man ein Guti in der Hand, streckt die Hand dem Hund seitlich vor die Schnauze und führt ihn sauber auf die Zone. Dort, oder unmittelbar nach der Zone bekommt er das Würstchen aus der Hand. Diese Methode setzt aber voraus, dass man vor dem Hund beim Zonenabgang ist.

1d.   Methode 1c, nur ohne Würstchen. Dabei streckt man dem Hund über der Zone die Hand seitlich vor die Schnauze, bremst ihn dadurch ab und führt ihn sauber auf die Zone. Ist die Zone sauber betreten, nimmt man die Hand weg und gib dem Hund ein Kommando zum Weiterlaufen. Diese Methode setzt aber ebenfalls voraus, dass man vor dem Hund beim Zonenabgang ist.

1e.   Aehnlich wie bei der Sprungstange vor dem Zonenaufgang, legt man (funkzioniert nur beim Steg, nicht bei der Wand) einen Gegenstand auf den Stegabgang, vor die Zone. Der Hund verändert seine Schrittfolge, überspringt den Gegenstand und landet auf der Zone. Wie bei der Methode beim Zonenaufgang muss man zuerst die genaue Distanz zwischen Zone und Gegenstand ermitteln, damit der Hund auch wirklich in die Zone und nicht darüber springt.

1f.   Steh, Sitz oder Platz auf der Zone. Der Hund geht erst weiter auf Kommando des Hundeführers. Auf der Zone wird der Hund belohnt (Lob, Streicheleinheit, Guti, usw.). Ist bestimmt die sicherste, aber auch langsamste Methode.

1g.   Unmittelbar beim Kontaktzonenende werden Bögen aus Armierungseisen (oder anderem Material) aufgestellt (fast wie ein Tunnelportal). Die Höhe ist so festgelegt, dass der Hund sich beim „Durchlaufen" ducken und sein Tempo einwenig reduzieren muss. Am Anfang muss der Hund an der Leine behutsam durch den Bogen geführt werden, um zu vermeiden, dass er in der Hitze des Gefechts in den Bogen reinläuft, reinspringt, sich dabei verletzt, aus Angst die Zonengeräte nicht mehr machen will, oder immer vor der Abgangszone seitlich abspringt. Wird konsequent mit dieser Methode geübt, gewöhnt sich der Hund an, sich auf die Zone hin automatisch etwas ducken, wodurch er die Schrittfolge ändert und flacher über die Zone läuft. Der Bogen kann zusätzlich mit hängenden Stoffstreifen, oder einem Vorhang versehen werden, den der Hund beim Durchlaufen wegschieben muss. Dadurch macht sich der Hund noch flacher.

1h.   Zulaufen und die Zonen ignorieren. Diese Methode wirkt vor allem bei sehr kleinen Hunden, welche die Zone fast nicht, oder nur knapp überspringen können. Durch das höhere Tempo hat der Hund eine hohe Schrittfolge und wird den Abgang sauber zu Ende laufen.

 1i.   Dem Hund eine feste Schrittlänge und Gangart (eine Art Trab) antrainieren (funktioniert in erster Linie beim Steg). Gleichmässiges Tempo über das ganze Kontaktzonengerät hinweg. Geübt wird, je nach Geschwindigkeit des Hundes, mit Kurz- oder Flexleine (letzteres bei schnellen Hunden). Detaillierte Kenntnisse liegen nicht vor.

1j.   Die Wand im Training nie auf voller Höhe trainieren. Wenn sie flacher ist, wir der Hund eher durch die Zonen laufen und weniger abspringen. Diese Methode kann nach Belieben mit den vorgenannten Methoden kombiniert werden.

1k.   Clickermethode. Keine näheren Erkenntnisse.

Risiken / Knackpunkte:

1a.   Bleibt man zu früh stehen, bleibt der Hund evtl. ebenfalls bereits vor der Kontaktzone stehen, oder springt gar seitlich ab (vor allem beim Steg). Beschleunigt man zu früh, bevor der Hund sauber die Kontaktzone betreten hat, kann der Hund die Kontaktzone wiederum überspringen.

1b.   Bei allzu verfressenen Hunden kann es vorkommen, dass der Hund auf einmal seinen eigenen Parcours läuft und con sich aus das nächste „Würstchengerät“ ansteuert. Theoretisch kann auch passieren, dass der Hund die Wand sauber überläuft und sich unmittelbar nach der Wand dreht und nachschauen geht, ob auf der Wand noch irgendwo das Würstchen liegt. Teils Hunde werden mit der Würstchenmethode langsam. Sie trödeln dann nur noch über den Laufsteg und beginnen zu schnüffeln.

1d.   Streckt man die Hand zu früh aus, beginnt der Hund auf dem Abgang unter Umständen zu trödeln, oder bleibt gar vor der Zone stehen. Hält man die Hand zu tief, kann der Hund die Hand und damit die Zone überspringen.

1e.   Wenn der Hund von Training zu Training unterschiedlich schnell läuft, verändert sich die Distanz zwischen Gegenstand und Zone. Die Distanz muss dann jedes Mal frisch ausprobiert werden. Ausserdem besteht nach wie vor die Gefahr des Ueberspringens der Zone. Der Hund sieht ganz deutlich, ob etwas auf  dem Stegabgang liegt, oder nicht.

1f.   Die Sitz-, Steh- oder Platzmethode ist bei konsequenter Anwendung bestimmt die sicherste, aber auch mit Abstand langsamste Methode. Ausserdem erfolgt die Kontaktzonenarbeit auf diese Weise mit sehr viel Druck. Dieser Druck kann sich je nach Hund unterschiedlich auswirken. Beim einen Hund staut sich der Druck derart auf, dass er schon bei der geringsten Unsicherheit des Hundeführers vorzeitig „abspritzt“, oder er auf das Vorwärtskommando buchstäblich explodiert und die nächsten Hindernisse kaum kontrollierbar. Andere Hunde wiederum brechen ein und sind nachher kaum mehr zu motivieren.

1g.   Der Hund kann sich weigern, die Kontaktzone sauber fertig zu laufen (Meideverhalten, springt vor dem Bogen seitlich ab, versucht den Bogen zu überspringen, usw.). Ausserdem kann sich der Hund in der Hitze des Gefechtes am Bogen verletzen.

1h.   Dürfte nur bei kleinen Hunden funktionieren.

1i.   Erhöhte Unfallgefahr (die Leine kann sich verhaken).

Schlussbemerkungen:

Das Wichtigste ist, dass die beschriebenen Methoden, welche auch immer, konsequent trainiert werden. Eine Methode muss zuerst über einen längeren Zeitpunkt hinweg angewendet werden, bevor sie auch wirklich greift.  Man darf nicht verzweifeln, wenn die verwendete Methode nicht bereits beim nächsten Training, oder Turnier Wirkung zeigt. Ein sehr häufiger Fehler ist, bei der Umstellung eine neue Methode zu schnell als ungeeignet zu verwerfen.