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Wippe ©copyright
by Remo Müller, Foxi’s Agility-Homepage Problemstellung: 1.
Erlernen der Wippe 2.
Angst vor der Wippe 3. Abspringen, bevor die Wippe auf dem Boden ist ("Flieger", oder auch seitliches Abspringen) Lösungen: 1a.
Ein Brett in der ungefähren Breite und Länge einer Wippe flach
auf den Boden legen und den Hund an der Leine ruhig und ohne Druck darüber
hinwegführen. In einer zweiten Phase das Brett in der Mitte mit einem
runden Gegenstand (Rohr, Rundholz, Balken) unterlegen, sodass eine
behelfsmässige Wippe entsteht. Zuerst mit einem kleinen Durchmesser
beginnen, sodass die "provisorische" Wippe kaum kippt. Dann mit
zunehmender Sicherheit des Hundes die Unterlage in der Mitte erhöhen.
Jeweils zu Beginn einer neuen Höhe den Hund die Wippe zuerst an der Leine
und anschliessend, bei entsprechender Sicherheit ohne Leine überwinden
lassen. Den Hund am Ende der Wippe immer kurz ins "Platz" legen,
"Steh", oder "Sitz" nehmen. Dort bestätigen, evtl.
sogar mit Futter. 1b.
Den Hund "Fuss" an der Leine, ohne Gewalt und Zug, mit
Motivation (verbal, Spielzeug, Guti) langsam und ruhig über die
Wippe führen (vor allem langsam über den Kipp-Punkt). Zur Sicherheit des
Hundes sollte auf der anderen Seite der Wippe auf gleicher Höhe eine
Hilfsperson mitgehen, welche Hilfestellung leistet, aber auch ein
seitliches Abspringen, usw. verhindert. Den Hund am Ende der Wippe immer
kurz ins "Platz" legen, ins "Sitz", oder zumindest ins
"Steh" nehmen. Dann bestätigen, evtl. sogar mit Futter.
Wichtig: Den Hund keinesfalls mit hohem Tempo auf die Wippe rennen lassen
!! Nicht zu früh auf die Leine und auf die Hilfsperson verzichten !! 1c.
Methode 1b., aber mit einer zusätzlichen Hilfsperson, welche das
Wippenende festhält und die Wippe, nachdem der Hund den Kipp-Punkt überschritten
hat, langsam zu Boden lässt. Anstelle
der zusätzlichen Person kann man beispielsweise das Wippenende auch mit
dem Tisch unterstellen, sodass die Wippe nicht so stark kippt und dadurch
weniger heftig auf dem Untergrund auftrifft. Zusätzliche
Hilfsmethoden: 1d.
Bevor man dem Hund das Ueberqueren der Wippe beibringt, legt, stellt, oder
setzt man ihn auf das Wippenende. Dort wird er gelobt und erhält ganz
besonders schmackhafte "Gutis". Auf diese Weise zeigt man dem
Hund zum Vornherein, dass die Wippe gar nicht schlimm ist und er sich auch
nicht zu fürchten braucht. Erst dann beginnt man mit dem eigentlichen
Wippen-Aufbau nach den vorgängig beschriebenen Methoden. 1e. Wie bei 1c. positioniert sich eine zusätzliche Person beim Wippenabgang. Wenn sich der Hund nun auf der Wippe, nahe beim, oder unmittelbar nach dem Kipp-Punkt befindet, wird er vom Hundeführer festgehalten und gestreichelt. Die Hilfsperson bewegt dann die Wippe langsam und sanft auf und ab, sodass sich der Hund an die Bewegung des Gerätes gewöhnt. Anschliessend wird die Wippe sanft zu Boden gelassen und der Hund beim Wippenende bestätigt und ausführlich gelobt. 2a.
Zurück zur Methode 1a. mit Leine und "provisorischer" Wippe.
Die Wippe erst höher legen, wenn der Hund keine Angst mehr zeigt. Den
Hund dabei unbedingt motivieren (verbal, mit Spielzeug, Gutis, usw.) 2b.
Nochmals zurück zu den Methoden 1c. und 1d. und 1e. 3a.
Zurück zu den unter 1a.-1e. beschriebenen Lern-Methoden . 3b.
Beim "Flieger" (zu temperamentvolles Verlassen der Wippe durch
vorzeitiges Abdrücken) den Hund auf der Abgangszone immer ins
"Platz", "Sitz", oder "Steh" nehmen und dort
verharren lassen. Geht der Hund zu früh, den Hund zurücknehmen und
nochmals auf den Wippenabgang legen, setzen, oder stellen. 3c.
Look-Methode: Unmittelbar nach der Wippe wird ein "Guti" auf den
Boden gelegt (wie bei Steg und Wand). Verbal und mittels Handzeichen wird
der Hund auf das "Guti" aufmerksam gemacht. Der Hund läuft
dadurch zügig über den Kipp-Punkt, verringert zügig das Tempo und verlässt
die Wippe in geduckter Haltung, um das "Guti" nach der Wippe
aufzunehmen. Risiken: Wenn
der Hund zu schnell über die Wippe geht, sodass diese heftig auf dem
Boden aufschlägt und der Hund unmittelbar nach dem Verlassen der Wippe
stehen bleibt, um das "Guti" aufzunehmen, kann er von der
"zurückschlagenden" Wippe am Hinterteil getroffen werden.
Folgen: Verletzungsgefahr und Angst vor der Wippe. 3d.
Beim "Flieger" hinter dem Hund zurückbleiben und selbst kurz
stehen bleiben, bis die Wippe auf dem Boden auftrifft und der Hund die
Zone betreten hat. Anschliessend wieder in Bewegung setzen und dem Hund
ein Kommando zum Weiterlaufen geben. 3e.
Den Hund mit der Hand vor der Nase (zugespitzte Finger, so als hielte man
ein "Guti") über die Wippe ziehen und nach dem Kippen kurz
stehen bleiben, bis der Hund die Zone betreten hat, dann die Hand
wegnehmen und dem Hund ein Kommando zum Weiterlaufen geben. 3f.
Beim "Flieger" den Hund zügig auf die Wippe führen, nach dem
Kipp-Punkt selbst kurz stehen bleiben, und, wenn die Wippe deutlich am
Kippen ist und der Hund sich schon auf der Abgangszone befindet, zügig
davon laufen (stop and go). Dies führt dazu, dass der Hund motiviert
durch die plötzliche Vorwärtsbewegung des Hundeführers springen will
und dabei mit den Hinterläufen die Wippe rassig zu Boden drückt. Noch
bevor der Hund dann mit den Pfoten die Zone verlässt, befindet sich die
Wippe auch schon auf dem Boden. Risiken: Verletzungsgefahr,
hohe Belastung der Gelenke, das Timing des Hundeführers muss 100prozentig
stimmen). Allgemeine
Tips: Zu
Beginn nie ohne Hilfspersonen arbeiten. Die Wippe ist ein sehr heikles Gerät.
Viele Hunde tun sich sehr schwer damit (vor allem ängstliche Hunde).
Daher ist unbedingt von Anfang an darauf zu achten, dass nie etwas
passieren kann. Wenn der Hund einmal unliebsame Erfahrungen mit der Wippe
gemacht hat, dauert es meist sehr lange, bis der Hund die Wippe nur schon
wieder alleine und freiwillig bewältigt. Die Geschwindigkeit ist dann
noch ein ganz anderes Thema. Auch
hier gilt, es gibt keine alleinig richtige und für jeden Hund und Hundeführer
ideale Methode. Eine Mischvariante aus den vorgängig beschriebenen
Methoden ist durchaus denkbar. |