Wippe

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Problemstellung:

1.     Erlernen der Wippe

2.     Angst vor der Wippe

3.     Abspringen, bevor die Wippe auf dem Boden ist ("Flieger", oder auch seitliches Abspringen)

Lösungen:

1a.    Ein Brett in der ungefähren Breite und Länge einer Wippe flach auf den Boden legen und den Hund an der Leine ruhig und ohne Druck darüber hinwegführen. In einer zweiten Phase das Brett in der Mitte mit einem runden Gegenstand (Rohr, Rundholz, Balken) unterlegen, sodass eine behelfsmässige Wippe entsteht. Zuerst mit einem kleinen Durchmesser beginnen, sodass die "provisorische" Wippe kaum kippt. Dann mit zunehmender Sicherheit des Hundes die Unterlage in der Mitte erhöhen. Jeweils zu Beginn einer neuen Höhe den Hund die Wippe zuerst an der Leine und anschliessend, bei entsprechender Sicherheit ohne Leine überwinden lassen. Den Hund am Ende der Wippe immer kurz ins "Platz" legen, "Steh", oder "Sitz" nehmen. Dort bestätigen, evtl. sogar mit Futter.

1b.    Den Hund "Fuss" an der Leine, ohne Gewalt und Zug, mit Motivation (verbal, Spielzeug, Guti) langsam und ruhig über die Wippe führen (vor allem langsam über den Kipp-Punkt). Zur Sicherheit des Hundes sollte auf der anderen Seite der Wippe auf gleicher Höhe eine Hilfsperson mitgehen, welche Hilfestellung leistet, aber auch ein seitliches Abspringen, usw. verhindert. Den Hund am Ende der Wippe immer kurz ins "Platz" legen, ins "Sitz", oder zumindest ins "Steh" nehmen. Dann bestätigen, evtl. sogar mit Futter. Wichtig: Den Hund keinesfalls mit hohem Tempo auf die Wippe rennen lassen !! Nicht zu früh auf die Leine und auf die Hilfsperson verzichten !!

1c.    Methode 1b., aber mit einer zusätzlichen Hilfsperson, welche das Wippenende festhält und die Wippe, nachdem der Hund den Kipp-Punkt überschritten hat, langsam zu Boden lässt.

Anstelle der zusätzlichen Person kann man beispielsweise das Wippenende auch mit dem Tisch unterstellen, sodass die Wippe nicht so stark kippt und dadurch weniger heftig auf dem Untergrund auftrifft.

Zusätzliche Hilfsmethoden:

1d.    Bevor man dem Hund das Ueberqueren der Wippe beibringt, legt, stellt, oder setzt man ihn auf das Wippenende. Dort wird er gelobt und erhält ganz besonders schmackhafte "Gutis". Auf diese Weise zeigt man dem Hund zum Vornherein, dass die Wippe gar nicht schlimm ist und er sich auch nicht zu fürchten braucht. Erst dann beginnt man mit dem eigentlichen Wippen-Aufbau nach den vorgängig beschriebenen Methoden.

1e.    Wie bei 1c. positioniert sich eine zusätzliche Person beim Wippenabgang. Wenn sich der Hund nun auf der Wippe, nahe beim, oder unmittelbar nach dem Kipp-Punkt befindet, wird er vom Hundeführer festgehalten und gestreichelt. Die Hilfsperson bewegt dann die Wippe langsam und sanft auf und ab, sodass sich der Hund an die Bewegung des Gerätes gewöhnt. Anschliessend wird die Wippe sanft zu Boden gelassen und der Hund beim Wippenende bestätigt und ausführlich gelobt.

2a.    Zurück zur Methode 1a. mit Leine und "provisorischer" Wippe. Die Wippe erst höher legen, wenn der Hund keine Angst mehr zeigt. Den Hund dabei unbedingt motivieren (verbal, mit Spielzeug, Gutis, usw.)

2b.    Nochmals zurück zu den Methoden 1c. und 1d. und 1e.

3a.    Zurück zu den unter 1a.-1e. beschriebenen Lern-Methoden .

3b.    Beim "Flieger" (zu temperamentvolles Verlassen der Wippe durch vorzeitiges Abdrücken) den Hund auf der Abgangszone immer ins "Platz", "Sitz", oder "Steh" nehmen und dort verharren lassen. Geht der Hund zu früh, den Hund zurücknehmen und nochmals auf den Wippenabgang legen, setzen, oder stellen.

3c.    Look-Methode: Unmittelbar nach der Wippe wird ein "Guti" auf den Boden gelegt (wie bei Steg und Wand). Verbal und mittels Handzeichen wird der Hund auf das "Guti" aufmerksam gemacht. Der Hund läuft dadurch zügig über den Kipp-Punkt, verringert zügig das Tempo und verlässt die Wippe in geduckter Haltung, um das "Guti" nach der Wippe aufzunehmen.

Risiken:

Wenn der Hund zu schnell über die Wippe geht, sodass diese heftig auf dem Boden aufschlägt und der Hund unmittelbar nach dem Verlassen der Wippe stehen bleibt, um das "Guti" aufzunehmen, kann er von der "zurückschlagenden" Wippe am Hinterteil getroffen werden. Folgen: Verletzungsgefahr und Angst vor der Wippe.

3d.    Beim "Flieger" hinter dem Hund zurückbleiben und selbst kurz stehen bleiben, bis die Wippe auf dem Boden auftrifft und der Hund die Zone betreten hat. Anschliessend wieder in Bewegung setzen und dem Hund ein Kommando zum Weiterlaufen geben.

3e.    Den Hund mit der Hand vor der Nase (zugespitzte Finger, so als hielte man ein "Guti") über die Wippe ziehen und nach dem Kippen kurz stehen bleiben, bis der Hund die Zone betreten hat, dann die Hand wegnehmen und dem Hund ein Kommando zum Weiterlaufen geben.

3f.     Beim "Flieger" den Hund zügig auf die Wippe führen, nach dem Kipp-Punkt selbst kurz stehen bleiben, und, wenn die Wippe deutlich am Kippen ist und der Hund sich schon auf der Abgangszone befindet, zügig davon laufen (stop and go). Dies führt dazu, dass der Hund motiviert durch die plötzliche Vorwärtsbewegung des Hundeführers springen will und dabei mit den Hinterläufen die Wippe rassig zu Boden drückt. Noch bevor der Hund dann mit den Pfoten die Zone verlässt, befindet sich die Wippe auch schon auf dem Boden.

Risiken:

Verletzungsgefahr, hohe Belastung der Gelenke, das Timing des Hundeführers muss 100prozentig stimmen).

Allgemeine Tips:

Zu Beginn nie ohne Hilfspersonen arbeiten. Die Wippe ist ein sehr heikles Gerät. Viele Hunde tun sich sehr schwer damit (vor allem ängstliche Hunde). Daher ist unbedingt von Anfang an darauf zu achten, dass nie etwas passieren kann. Wenn der Hund einmal unliebsame Erfahrungen mit der Wippe gemacht hat, dauert es meist sehr lange, bis der Hund die Wippe nur schon wieder alleine und freiwillig bewältigt. Die Geschwindigkeit ist dann noch ein ganz anderes Thema.

Auch hier gilt, es gibt keine alleinig richtige und für jeden Hund und Hundeführer ideale Methode. Eine Mischvariante aus den vorgängig beschriebenen Methoden ist durchaus denkbar.